Der zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt: Ein Interview mit Klavierlehrer Wenxiao

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„Der beste Zeitpunkt, Musik zu lernen, ist vielleicht die Kindheit – aber der zweitbeste ist immer jetzt.“

Ein Interview mit unserem Klavierlehrer Wenxiao über seinen Weg zur Musik, seine Mentoren und was einen guten Musiklehrer ausmacht.

Stefan: Wenxiao, was hat Sie dazu motiviert, Klavier spielen zu lernen?

Wenxiao: Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Mein Vater spielt verschiedene Instrumente, deshalb hatte ich früh viel Kontakt zur Musik und habe mich dann für das Klavier entschieden.

Stefan: In welchem Alter haben Sie begonnen?

Wenxiao: Ich habe ungefähr mit sieben Jahren angefangen, Klavier zu lernen.

Stefan: Warum haben Sie sich entschieden, Musik professionell auszuüben?

Wenxiao: Am Anfang fand ich einfach den Klang des Klaviers sehr schön. Durch das Üben und Lernen habe ich dann die große kulturelle Tiefe der klassischen Musik und die Ausdrucksmöglichkeiten des Klaviers entdeckt. Deshalb habe ich mich entschieden, mich intensiver und professionell mit dem Klavier zu beschäftigen.

Stefan: Wer waren die größten musikalischen Einflüsse in Ihrem Leben?

Wenxiao: Der erste große Einfluss war mein Vater. Er ist kein professioneller Pianist, hat mich aber an die Musik herangeführt und mir den ersten Zugang ermöglicht. Der stärkste musikalische Einfluss kam dann während meines Studiums in Polen von meinem Professor, dem polnischen Pianisten und Pädagogen Herrn Skowron.

Stefan: Gibt es Aspekte seiner Unterrichtsweise, die Sie bis heute inspirieren?

Wenxiao: Ja, sehr viele. Besonders beeindruckt hat mich seine ernsthafte und präzise Haltung zur klassischen Musik. Er hat nicht nur den Stil und den Hintergrund eines Werks vermittelt, sondern auch sehr detailliert an Phrasierung und Klanggestaltung gearbeitet. Ebenso prägend war sein geduldiger und ermutigender Umgang mit den Studierenden. Diese Aspekte versuche ich auch in meinen eigenen Unterricht zu integrieren, damit meine Schüler die Schönheit und Ausdruckskraft der Musik wirklich erleben können.

Stefan: Was gefällt Ihnen am meisten daran, Musiker zu sein?

Wenxiao: Ich finde es besonders spannend, in der Musik die Gedanken und den Ausdruck des Komponisten zu entdecken und zu verstehen. Auf dieser Grundlage versuche ich, meine eigene Interpretation sowohl dem Publikum als auch meinen Schülern zu vermitteln. Ich finde diesen Austausch sehr sinnvoll und erfüllend.

Stefan: Und daran, erwachsene Schüler zu unterrichten?

Wenxiao: Viele erwachsene Schüler haben keine starke technische Grundlage, aber eine große Leidenschaft für Musik. Ich versuche, ihnen zu helfen, ihre Lieblingsstücke zu spielen und die Musik zu erleben. Ihr Erfolg gibt mir als Lehrerin sehr viel zurück. Mir ist es wichtig, dass sich die Schüler wohlfühlen und frei ausprobieren können. Ich versuche, sie im Lernprozess zu ermutigen und ihnen dadurch mehr Motivation und Freude am Spielen zu geben.

Stefan: Was macht Ihrer Meinung nach einen großartigen Musiklehrer aus?

Wenxiao: Ein guter Musiklehrer sollte in der Lage sein, den Unterricht flexibel an das Niveau und die Persönlichkeit der einzelnen Schüler anzupassen. Außerdem sollte er Schwierigkeiten im Lernprozess schnell erkennen und klare Lösungen anbieten können. Besonders wichtig ist für mich auch, dass man das Vertrauen der Schüler gewinnt, da dies die Grundlage für ihre Motivation und ihren Lernfortschritt ist.

„Für die Liebe zur Musik und das Musizieren ist es nie zu spät. Der beste Zeitpunkt, Musik zu lernen, ist vielleicht die Kindheit, aber der zweitbeste ist immer jetzt.“

Stefan: Was können neue Schülerinnen und Schüler in ihrer ersten Klavierstunde bei Ihnen erwarten?

Wenxiao: Zunächst ist mir eine entspannte Lernatmosphäre sehr wichtig. Danach versuche ich, die Bedürfnisse der Schüler klar zu erkennen und darauf basierend einen individuellen Lernplan zu entwickeln. Mein Ziel ist es, dass neue Schüler spüren, dass sie hier ihre musikalischen Ziele und ihre Leidenschaft für Musik wirklich entfalten können.

Stefan: Wie motivieren Sie Schüler, wenn sie das Gefühl haben, keine Fortschritte zu machen?

Wenxiao: Ich versuche zunächst, die technischen Schwierigkeiten genau zu analysieren und die Übemethoden entsprechend anzupassen. Schwierige Stellen im Stück teile ich in kleine, gut machbare Abschnitte auf und arbeite sie Schritt für Schritt in einer entspannten Form auf. So können die Schüler im Lernprozess wieder Selbstvertrauen gewinnen.

Stefan: Welchen Rat würden Sie jedem angehenden Pianisten geben?

Wenxiao: Ich würde empfehlen, die Leidenschaft für die Musik immer zu bewahren. Das Lernen von Musik ist ein Prozess, der sowohl Freude als auch Fortschritt bringt. Ich hoffe, dass jeder Schüler diesen Weg genießen kann und dadurch seine Liebe zur Musik und zum Klavier weiter vertieft.

Stefan: Und zum Abschluss: Was würden Sie jemandem sagen, der gerade darüber nachdenkt, mit dem Klavierunterricht zu beginnen?

Wenxiao: Ich würde sagen: Hören Sie auf zu zögern und fangen Sie einfach an. Neue Versuche bringen immer neue und besondere Erfahrungen, und man kann dabei auch ganz neue Freude an der Musik entdecken.


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